Ich bin ein Kind der 90er. Doraemon war meine Lieblingsfigur.
Er sieht auf den ersten Blick aus wie ein blauer Bär, aber er ist kein Tier. Er ist ein Roboter aus der Zukunft, ein Freund und ein kleines Stück Fantasie, das sich irgendwie real anfühlt.
Als Kind sah ich ihn als Allzweck-Problemlöser. Er hatte endlose Fähigkeiten – er konnte Dinge größer oder kleiner machen, sich durch verschiedene Zeitzonen bewegen und Werkzeuge aus seiner Tasche für fast jede Situation holen. Es schien, als gäbe es kein Problem auf der Welt, bei dem er nicht helfen konnte.
Ich wünschte, ich hätte einen Freund wie ihn. Jemand, der nicht urteilt, die Dinge nicht zu sehr verkompliziert, sondern einfach still hilft, wenn das Leben schwierig wird.
Was mir aber zunächst nicht auffiel, ist, dass Doraemon nicht nur mächtig ist.
Er ist auch unvollkommen.
Trotz all seiner Fähigkeiten kämpft er. Er macht sich Sorgen, macht Fehler und manchmal kennt er die richtige Antwort nicht. Er versucht es trotzdem, auch wenn die Dinge nicht reibungslos laufen. Er stellt sich auch Herausforderungen und kämpft auf seine Weise gegen schwierige Situationen und das „Böse“.
Das ist es, was ihn besonders macht.
Nicht Perfektion – sondern Mühe.
Nicht Kontrolle – sondern Fürsorge.
Wenn ich Doraemon jetzt sehe, besonders etwas Weiches wie ein blaues flauschiges Etui, versetzt es mich zurück in meine Kindheit. Eine Zeit, in der die Fantasie größer war als die Realität und selbst kleine Dinge magisch wirken konnten.
In gewisser Weise glaube ich, dass ich nie nur eine Zeichentrickfigur geliebt habe.
Ich liebte die Idee von Trost.
Doraemon Tasche
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